Theoderichstrophe
Geschichte und Geschichten aus Skandinavien
Runenband

U 1125 Krogsta, Vorderseite
U 1125 Krogsta. Oben: Vorderseite, unten: Schmalseite.
U 1125 Krogsta, Schmalseite

U 1125 - Krogsta

Allgemeine Informationen:

Transkription der Runeninschrift:

A: mwseij-

B: sainaz

Deutsche Übersetzung:

A: [?]

B: Stein(e) [?]

Kommentar:

Der rätselhafte Runenstein von Krogsta steht an seinem ursprünglichen Platz am Rand eines heute als Viehweide verwendeten Gräberfeldes mit einem Grabhügel, einer Steinreihe, einer größeren und mehreren kleineren Steinsetzungen. Johannes Bureus untersuchte den Stein schon 1594. In der Folgezeit wurde er auch von den frühen Runenforschern Johan Rhezelius (ein Schüler von Bureus), Johan Hadorph und Johan Peringskiöld abgebildet. Seit 1817 gab es zahlreiche Versuche, die kurze aber rätselhafte Inschrift zu deuten. Auch der deutsche Sprachkundler Wilhelm Grimm hat sich 1821 daran versucht. Die erste ausführliche Beschreibung stammt von Johan Nordenfalk aus dem Jahr 1858. Über wenige Runensteine ist seitdem mehr geschrieben worden als über den seltsamen Stein von Krogsta. Eine überzeugende Lösung ist jedoch bisher trotz verschiedener Ansätze (z.B. Annahme verschiedener Verschlüsselungen, Verwendung von Begriffsrunen) noch nicht gelungen.

Die Zeile sainaz auf der Schmalseite könnte als stainaz (Steine) gelesen werden, wenn man beispielsweise die -Rune als Zweigrune zur Verschlüsselung einer t-Rune deutet (die beiden Zweige beiderseits des Stabes stehen für die 1. Rune im 1. Geschlecht des urnordischen Futhark).

Schwierig ist jedoch die Deutung der Vorderseite. Die linke Hälfte wird von einer als Strichmännchen dargestellten Menschengestalt mit erhobenen Armen und gespreizten Fingern beherrscht. Die Darstellung erinnert an die Adoranten (Anbeter) auf den Felsbildern der Bronzezeit, wie z.B. den "Schuhmacher" von Backa. Wahrscheinlicher erscheint allerdings im Zusammenhang mit dem Standort des Steins auf einem Gräberfeld die Deutung als Geste der Abwehr gegen feindliche Mächte, die den Frieden des Grabes stören könnten. Dies bezieht Sigurd Agrell in seine Deutung der Inschrift aus dem Jahr 1937 mit ein: Bei der Inschrift, die sich vom rechten Ellbogen der Figur linksläufig nach unten zieht, handelt es sich nach seiner Auffassung um einen Verschiebeschlüssel, jede Rune wird durch die in der urnordischen Runenreihe links davon stehende ersetzt, um die Verschlüsselung aufzulösen. Am Ende der Inschrift meint er noch eine verwitterte -Rune und eine i-Rune zu erkennen. So wird mwseij[i] nach Auflösung des Verschiebeschlüssels zu egz Ab ni[un] "Schrecken aus (der/den) neun". Die Interpretation dieses Satzes, ist in der Darstellung Ohlmarks' sehr spekulativ und kaum haltbar: Wie schon in seiner Interpretation der Inschrift auf dem Rökstein beruft sich Ohlmarks auf kaum nachweisbare "später hinzugeritzte" Teile. Diesmal ist es der rechte Daumen der Strichfigur, die ursprünglich nur neun Finger gehabt haben soll. Dies würde dann zur in der Inschrift genannten Zahl neun passen. Außerdem liest Agrell in der Inschrift auf der Schmalseite den Männernamen "Sven". Insgesamt ergibt sich dann die Inschrift "Sven (liegt hier begraben. Störe seine Grabruhe nicht, denn) Schrecken (entsteht) aus (den) neun!"

Quellen und weiterführende Literatur

  • DÜWEL, Klaus (2001): Runenkunde. 3. Auflage. Verlag J.B. Metzler, Stuttgart, Weimar.

  • OHLMARKS, ke (1978): 100 Svenska Runinskrifter. Bokförlaget Plus, Bors.